Kleiner Cobold ging auf Familiensuche und hat sie gefunden

Hallo Pflegefrauchen,
 
da heute das Wetter so schlecht ist und ich morgen mein Einjähriges in meiner jetzigen Familie feiere, hat mein Frauchen sich endlich einmal die Zeit genommen zu schreiben, wie es mir so geht.
 
Ich habe mich von Anfang an ganz ruhig und artig verhalten. Am dritten Tag im neuen zu Hause bin ich schon ohne Leine gelaufen und hab immer fix aufgepaßt, dass Frauchen nicht verloren geht.
Heute pass ich zwar immer noch auf, aber Sichtweite reicht mir.
Nach einer Woche habe ich eine schlimme Bindehautentzündung bekommen, meine Augen waren wohl schon angegriffen und dann war es noch extrem windig, das habe ich nicht vertragen. Frauchen hat mir Salbe in die Augen gegeben, das habe ich ganz ruhig ertragen und nach ein paar Tagen war alles wieder gut.
Außerdem hatte ich aber noch mit Magenproblemen zu tun, bis Mittag mochte ich nie fressen, obwohl ich sonst echt verfressen bin und habe immer öfter spucken müssen, meist morgens. Frauchen hat ganz vorsichtig verschiedene Futtersorten probiert, aber es wurde immer schlimmer. Dann kam ich auf Diät, eine Woche Reis und Hüttenkäse, ich hatte so einen Kohldampf, dass ich an der Leine laufen mußte, weil ich mich auf jeden Sch...haufen gestürzt habe, vor allem die von Pferden. Danach gab es noch einmal anderes Futter (Josera) und seitdem ist es mit dem Spucken vorbei, das ganze hat wohl gute drei Monate gedauert, aber nun schmeckt mir selbst mein Frühstück, denn ich fresse jetzt zweimal am Tag.
Ob es jetzt eine Unvertäglichkeit war, oder ich aufgrund der ganzen Aufregung einen nervösen Magen hatte, weiß Frauchen bis heute nicht. Meine Aufregung hat man mir so auch nicht angesehen, ich war immer ganz cool, allerdings meine Schweissfußtappen haben mich verraten und die waren in der ersten Zeit echt extrem.
 
Mit meiner Hundenachbarin Jana verstehe ich mich immer besser. Zuerst wollte sie gar nichts mit mir zu tun haben, jetzt begrüßt sie mich schon ganz freundlich. Aber Streit hatten wir von Anfang an nicht, wir lassen uns dann lieber in Ruhe. Am besten verstehen wir uns, wenn Frauchen dabei ist und sich mit uns beschäftigt. Inzwischen kann ich auch die ganzen Übungen ( Sitz, Platz, Pfötchen, BitteBitte, Peng, Rolle) die Jana kann, wir üben jetzt im Duo. Frauchen hat schon erzählt, dass Jana ab Ostern wieder da ist, im Winter ist sie ja in Hamburg, da sehen wir uns nicht oft, ich freu mich schon. Ansonsten hab ich es nicht so mit anderen Hunden, guten Tag und guten Weg, spielen mag ich nicht.
 
Mein jetziges zu Hause gefällt mir ganz gut, ich habe zwei Tagesplätze, einen im Wohnzimmer und einen im Wintergarten. Von beiden Plätzen habe ich mein Reich gut im Blick. Das das alles mein Reich (eigentlich halb Janas und halb meines) ist habe ich zuerst gar nicht verstanden. Bin immer nur kurz vor die Tür und schnell wieder rein, auch wenn Frauchen draußen war. Jetzt gehe ich schon meine Kontrollrunden ganz alleine, am liebsten morgens, dann kann ich gucken wer nachts so alles da war. Hier gibt es Katzen, Igel, Kröten und im Winter waren sogar die Rehe in meinem Reich, das hat mich ganz schön aufgeregt.
 
Frauchen und ich machen jeden Tag einen schönen großen Spaziergang. Da wir jeden Tag pro Woche einen anderen Weg gehen, habe ich ziemlich lange gebraucht um meine Landkarte im Kopf fertig zu bekommen, doch inzwischen kenne ich mich schon ganz gut aus.  
Zum Anfang waren die Spaziergänge echt anstrengend, da weder Frauchen noch ich über ausreichend Kondition verfügt haben. Inzwischen ist das besser geworden, Herrchen sagt immer ich habe richtig dicke Muckis bekommen. Er massiert mir die Muckis immer, das finde ich toll und dann raufen wir `ne Runde, oder spielen ein Zerrspiel. Allerdings wirklich sportlich bin ich immer noch nicht, nach dreimal Ball werfen bin ich aus der Puste und habe keine Lust mehr. Frauchen sagt, wir wollen anfangen zu üben am Fahrrad zu laufen. Ich laß mich mal überraschen, was sie damit meint.
 
Ansonsten machen wir hier echt schöne Wanderungen im Wald und über Felder. Vor der Haustür habe ich auch einen Wald, da fühle ich mich auch schon sehr sicher und spurte dann auch schon mal einem Reh hinter her. Frauchen schimpft dann immer und sagt ich soll das nicht, ich soll bei ihr bleiben. Auch wenn es für das Bleiben viele Leckerlis gibt, wenn ein Reh in Sichtweite den Weg quert kann ich einfach nicht anders. Frauchen sagt dann immer ich hätte Glück, dass in dem Wald kein Jäger sitzt.
Gestern hatten wir ein ganz aufregendes Erlebnis. Frauchen und ich haben ein verletztes Reh gefunden, das muß wohl von einem Auto angefahren worden sein. Frauchen (war auch aufgeregt) wollte da ganz schnell weg, hatte ihr Handy nicht mit und mußte telefonieren, aber ich wäre viel lieber da geblieben und wollte auch immer dahin zurück laufen, durfte ich aber nicht, mußte bis nach Hause an die Leine.
 
Frauchen sagt, sie freut sich jeden Tag, dass ich da bin und sie muß immer grinsen, wenn sie mich anguckt, weil ich so lustig aussehe. Verstehe ich gar nicht, aber Menschen sind manch mal sowieso komisch.
 
Alles Liebe von Ella

Elli als Pflegehund bei uns

Esther, Tibet-Terrier (Mix?), ca. 4 Jahre alt, 40 cm groß, gechipt, geimpft, kastriert

 

Hallo, ich bin die Elli, so werde ich jetzt jedenfalls genannt. Wie ich auf die Straße geraten bin, weiß ich nicht mehr. Kinder haben mich und meinen Kumpel Tomas aufgelesen und ins spanische Tierheim in Villa gebracht. Zum Glück, denn auf der Straße leben und immer nach Fressen suchen zu müssen, war nicht was ich wollte. Mein jetziges Pflegefrauchen entdeckte mich und sah mir gleich meine Schönheit, trotz meines noch ungepflegten Zustandes, an. Am 26.02.2011 durfte ich nach Deutschland in meine Pflegestelle reisen. Das war ziemlich spannend, ich tat allerdings so, als gänge mich das alles gar nichts an und die Menschen konnte ich so und so nicht sehen, also waren sie nicht da. Man weiß ja nie. Irgendwann landete ich in einem großen Zwinger, die Menschen nannten das Garten, mit einem Haus und einer Tür. Das kam mir irgendwie bekannt vor und wenn die Menschen sich einbildeten, sie konnten mich im Garten lassen, dann hatten sie sich geschnitten. Denn plötzlich merkte ich, dass da Menschen waren, die es gut mit mir meinten und wendete mich ihnen zu, um wenigstens mal Guten Tag zu sagen, denn schließlich wollte ich durch die Tür in das schöne warme Haus. Dann durfte ich hinein und schon war ich zu Hause. Ich legte mich auch gleich in das kuschelige Bettchen, was da herum stand. Aber die Menschen hatten noch eine Überraschung für mich, ich sollte duschen und meinen spanischen Dreck ausspülen, damit meine Grundfarbe wieder zu sehen war. Na, wenn es sein muss, ich machte das gerne mit und fühlte mich nach der Dusche noch viel besser und schlief die ganze Nacht in meinem schönen Bettchen. Das war mein erster Tag in Deutschland. 

Am nächsten Tag kam die Evi, der Hundefriseur. Die Menschen wollten wissen, welche Rasse sich unter meiner Verkleidung versteckte. Da ich beim Auskämmen ganz still hielt und wirklich zwei Stunden mit den Menschen Geduld hatte, durfte ich mein seidenweiches Fell behalten. Die Schermaschine kam nicht zum Einsatz, die Schere mußte richten, was zu richten ging. Bei der Findung meiner Rasse schwankten die Menschen zwischen Äffchen, Gismo, Cobold oder Teddybär. Man einigte sich dann auf Tibet-Terrier und laufen tu ich wie eine Katze. 

28.02.2011

Frauchen ließ uns heute gleich drei Stunden alleine zu Hause. Sie ist ganz schön mutig aber sie meinte wir sind lieb, das klappt schon. Zum Arzt konnte sie uns nun mal nicht mitnehmen. Wir waren ganz lieb, die Schuhe waren noch ganz und die Pflanzen standen auch noch an der alten Stelle. Mit vier Jahren weiß man sich schließlich zu benehmen, da macht man nichts kaputt. 

Nachmittags kamen Jenny und noch zwei Hunde. Ich begrüßte alle freundlich und dann fuhren wir zum Sportplatz. Da konnten wir uns austoben, das machte Spaß. Die meiste Zeit schnüffelte ich und zwischendurch rannte ich mit den anderen Hunden dem Spielzeug hinterher. Nur traue ich mich nicht es wegzunehmen. Rennen und Haken schlagen kann ich ganz schön schnell, nur fehlt es mir noch etwas an Kondition.

Abends schlief ich wieder zufrieden in meinem Kuschelbett, aber nicht ohne dass Frauchen mich ins Bett gebracht und mit mir nochmal so richtig Quatsch gemacht hat. Ansonsten protestiere ich. Aber Menschen sind ja lernfähig.

01.03.2011

Anfangs dachte Frauchen, ich bin ein Straßenhund und mache so mein Ding. Da habe ich allerdings auch noch nichts gesehen vor lauter Fell und wußte noch nicht an wem ich mich orientieren sollte. Da ich gestern auf dem Sportplatz immer wieder nach meinem Rudel schaute, durfte ich auf unserem heutigen großen Spaziergang ohne Leine laufen. Ich schaute einfach immer wieder, wo mein Frauchen war und wenn die anderen Hunde zu ihr liefen, da sie offensichtlich irgend etwas rief, ging ich auch mit zu ihr. Das konnte so falsch nicht sein, denn es gab dann immer was zu futtern. Dann kamen uns zwei Menschen mit 5 Hunden an der Leine entgegen. Wir hätten es mit denen locker aufnehmen können, wir waren auch zu fünft und Zeit zum Anleinen hatte Frauchen eh keine mehr. Aber nein, Frauchen sagte, "bei mir - wir gehen hier vorbei". Und schon gingen wir alle neben Frauchen an dieser lärmenden Meute vorbei. Die haben vielleicht gestaunt. Und Frauchen staunte über ihre folgsamen Pflegis.

 

Schaut mal, so viele Freunde habe ich. Warum liegen sie da alle und wo schauen sie denn hin??? 

08.03.2011 - Spielen im Garten bei endlich frühlingshaften Temperaturen

12.03.2011

Zwei Wochen bin ich nun hier und ich muss sagen mir gefällt es total gut. Ich geniese die viele Zuwendung und nicht auf mich selbst gestellt zu sein. Ich bekomme mein Futter, habe ein schönes warmes Bettchen und meine Tina ist bei mir, die ich über alles liebe und die mit mir alles machen darf. Außerdem gibt es hier einen Korb mit ganz viel Spielzeug, den ich entdeckt habe. Ich darf mir dort die Bälle heraus holen, mit denen ich mich stundenlang beschäftigen und sie herumtragen kann. Mittlerweile spiele ich mit den anderen Hunden genau so wild, bei Zerrspielen oder Toberunden durch den Garten. Auch kann Frauchen mit mir Ball spielen und ich bringe den Ball fein zurück. Die schönen Spaziergänge mag ich natürlich auch und Frauchen muss überhaupt nicht nach mir schauen, ich bleibe immer schön in der Nähe. Sehr entspannend für Frauchen.

 

Mein Pflegefrauchen meint, dass man mich gar nicht erziehen muss, obwohl sie das schon gerne machen würde. Ich weiß immer selber, was gerade angesagt ist. Ich brauche doch keine Kommandos, das sächsische Gelaber versteht doch eh keiner. Ich mache auch so alles mit und bin völlig unkompliziert. Man könnte mich so richtig verwöhnen, ohne dass ich das jemals ausnutzen würde.

Happy End am 02.04.2011

Still und heimlich habe ich mich durch meine vornehme Zurückhaltung, meinem ausdrucksstarkem Wesen und meiner trolligen, verspielten Art, in den letzten 5 Wochen in das Herz meines Pflegefrauchens geschlichen. Sie meinte ich bleibe schon noch eine Weile da und ich soll auch etwas "hundesportliches" lernen. Gesagt - getan und ich machte eine gute Figur beim Slalom, Steg und Tunnel. Und im Fuß nebenher laufen und eine schööööne Grundstellung ja das konnte ich auch. Frauchen sah mir das von Anfang an an, dass ich dazu Talent habe. Übung macht den Meister. Nun ausgerechnet an diesem Tag ruft jemand an und interessierte sich für mich und sie sagten, genau so einen Hund suchen wir. Nun wurde aus unseren hundesportlichen Unternehmungen nichts mehr, aber dafür habe ich eine liebe Familie gefunden, die ganz allein für mich da sind. Und meine geliebten Bälle durfte ich auch mitnehmen.

 

Alles Gute, meine Elli, du hast uns wieder gezeigt, wie anpassungsfähig Hunde sind und aus allen Situationen das Beste machen.

Elli und Tina -gemeinsam gekommen, gemeinsam gegangen Elli und Tina -gemeinsam gekommen, gemeinsam gegangen