Barry Finns Taten

Nun sind fast vier Wochen vergangen, seit das kleine schwarze Monster bei uns eingezogen ist und ich glaub ich werde ihn ganz schön vermissen, wenn er dann irgendwann sein eigenes zu Hause unsicher macht.

 

Namensgebung

 

Die Namensgebung wurde abgeschlossen. Es wurde kurzerhand ein Barry Finn mit Rufnamen Finn mit dem Ergebnis, dass alle Hunde plötzlich Finn heißen.

 

Finn hilft im Haushalt

 

Er denkt, er muss sich nützlich machen, wenn er schon hier wohnen darf. Er dekoriert Frauchens Pflanzkübel um und entwickelt dabei seinen ganz eigenen Geschmack. Pflanzen auf Rollis stehen plötzlich woanders und Übertöpfe aus Korb werden durch anknabbern verschönert. Wenn große Pflanzen beim Spielen einfach umkippen, da können wir schließlich nichts dafür. Was stehen die auch im Weg. Und wenn manche Pflanzen so wuchern und Finn diese dann auslichtet, darüber freut sich Frauchen bestimmt.

Teppiche werden grundsätzlich immer weggeschoben, sei es dadurch, dass Finn sich mit Anlauf auf sie stürzt oder durch feines zusammenlegen. Die Fransen werden dann auch noch verlängert.

Außerdem erinnerte er Frauchen daran, endlich mal die alten Kataloge wegzuschmeisen, die nämlich nach seiner Bearbeitung nicht mehr zu gebrauchen waren.

Socken klauen und Plasteflaschen kaputt machen, gehört zum Standardprogramm eines jeden Hundes. Nur dass ich alles wieder aufräumen muss. So hat mir Frauchen auch eine Aufgabe verpaßt.

Ansonsten hält sich sein Einfallsreichtum in Grenzen, vielleicht liegt es auch daran, dass ich ihm ein gutes Vorbild bin... haha.

Vielleicht aber auch daran, dass Frauchen ihm die Bedeutung des Wörtchens "NEIN" beigebracht hat.

 

Finn und die Türen 

 

Türen haben eine Bedeutung und zwei Zustände. Sie sind auf oder zu. Manchmal sind sie zu und man will hindurch, manchmal sind sie auf und man will hindurch, manchmal sind sie aber auch auf und man will sie nur zu machen. Manchmal kommt einfach nur jemand herein und die Tür geht zu. Und wo befindet sich Finn???

Immer auf der falschen Seite!

Denn schon der ausgestreckte Arm in Richtung Tür veranlasst ihn durchzuflitzen, auch wenn er sich dabei die Nase einrennt. Er will immer der erste sein. Wir stellen uns brav an und er kriecht einfach von hinten durch alle Hundebeine hindurch und ist als Erster draußen. So ein Drängler.

 

Finns Überlebensregeln

 

Regel Nr.1:  immer der Erste sein egal wie

Regel Nr.2:  schneller und cleverer sein als andere

Regel Nr.3:  Individualdisdance anderer gibt es nicht

Regel Nr.4:  Respekt ist hinderlich

Regel Nr.5:  wenn es brenzlig wird unsichtbar machen

Regel Nr.6:  Menschen müssen adoptiert und kontrolliert werden

Regel Nr.7:  menschliche Regeln gibt es nicht

Regel Nr.8:  das Alleinesein mit allen Mitteln verhindern

 

Finns Regeln vereinbarten sich allerdings nicht mit Frauchens Vorstellung, was einen gut erzogenen Haushund angeht. So wurde in die Hundeerziehungskiste gegriffen und statt Finns Regeln zu leben wurden Frauchens Regeln durchgesetzt.

 

Finn lernte vor Türen zu warten bis Frauchen sagt, dass er gehen darf. Wir mußten das notgedrungen auch mit üben. Finn darf Frauchen nicht mehr verfolgen. Die Türen (die sonst immer für uns offen stehen) sind jetzt plötzlich zu. Naja uns solls egal sein (nur Lessie findet das oberdoof), wenn es Finn hilft machen wir alles mit. Frauchen hat mit ihm "auf die Decke" geübt und vorallem darauf bleiben. Außerdem hat Finn Stubenverbot, somit kann er nicht auf Frauchens Füßen schlummern und lernt, dass er relaxt in der Küche auf seiner Decke liegen kann.

 

Und siehe da, hurra, Finn hat es begriffen. Schlau ist er ja.

Dass die Beachtung menschlicher Regeln doch so seine Vorteile hat und sogar ziemlich nützlich sind. Es lebt sich viel entspannter. Während ich das alles aufschreibe, liegt Finn alleine, also ohne uns, auf seiner Decke in der Küche bei geschlossener Tür. Das wäre noch vor einer Woche nicht denkbar gewesen.

 

Finn hat aber noch mehr gelernt, vorallem dass es Spaß macht mit Frauchen zu trainieren. Auf dem Hundeplatz ist er ein Musterschüler, der sich von nichts ablenken läßt. Er kann Übungen 10 x machen, wo ich schon nach dem zweiten Mal was anderes machen will. Er will bestimmt alles aufholen, was ich schon kann. Das große Vorbild bin natürlich ich, er darf sich von mir auch alles abschauen, auch den Unsinn... hihi.

 

Frauchen sagt:

Eine bessere Erziehungshilfe als ein intaktes Hunderudel gibt es nicht.

 

Und sie ist richtig stolz auf uns und auf Finn!