Barrys Ankunft
Barrys Ankunft am 22.01.2010: Tag 1
So nun will ich euch von meinem neuen Kumpel erzählen, da ihr ja alle sooooo neugierig seit wie es ihm bzw. meinem Frauchen ergeht. Gestern Abend 22.00 Uhr kam ein Auto vorgefahren, im Auto war eine Box, diese wurde in mein Grundstück gestellt. Ich durfte gleich mal reinschnuppern, es war gar nichts drin, denn es kam niemand heraus. Frauchen stellte die Box schräg immer schräger und noch schräger, es kam niemand heraus. Ah, dachte ich mir der neue Kumpel hat Saugnäpfe an den Pfoten. Jedenfalls wurde die Box dann senkrecht gestellt und es purzelte ein kleines, schwarzes, niedliches Hündchen heraus direkt vor meine Nase. Hallo da bist du ja, ich zeig dir gleich mal mein Grundstück und so verwandelte sich das eingezogene Schwänzchen in einen hoch getragenen Ringelschwanz. Neugierig und selbstbewusst stapfte er mit mir durch den Garten. Eis und Kälte machten uns nichts aus. Frauchen dachte nur, oh Gott wie findet sie in der dunklen Nacht den schwarzen Hund, der sich nicht anfassen ließ. Aber kein Problem ich zeigte dem Zwerg auch noch das ganze Haus, sogar die offenen glatten Holztreppen lief er hoch und runter, kein Zimmer und keinen Winkel haben wir ausgelassen. Die Erstbegrüßung mit Brickli und Lessie hat er ebenfalls schadlos überstanden. Dann gab es noch ein Nachtmahl, der Zwerg hat noch was zu Fressen bekommen und ich habe auch was abgekriegt. Nun endlich ab ins Bett, dann konnte auch ich mich zu meinem wohlverdienten Schläfchen zusammenrollen.
Tag 2:
Die Nacht haben wir gut überstanden. Der Zwerg weiß sogar wo man zu pinkeln hat, nämlich draußen. Ha, Frauchen hat sich eingebildet mit uns auf den Hundeplatz zu fahren, es war nämlich Samstag früh und da machen wir das immer. Nur hat sie die Rechnung ohne den Zwerg gemacht, der ließ sich nämlich nicht anfassen geschweige denn an die Leine nehmen und somit schon gar nicht in das Auto buxieren. Die Leckerlieüberlistungsmethode hat auch nichts genützt. Der Zwerg ist ja nicht blöd. Gut, kurzerhand wurde umdisponiert, Zwerg blieb im Garten und wir durften uns auf dem Feld austoben. Als wir wieder kamen, wurden wir sogar von Zwergi freudig begrüßt und ich tobte mit ihm durch den Garten, suuupi ich habe einen Spielekumpel. Dann kam meine allerbeste Spielefreundin Flower und ihr Frauchen Jenny und ihr glaubt es nicht, der Zwerg ließ sich von ihr anfassen und fand das Graulen auch noch ober toll. So ein Schauspieler. Und wisst ihr was jetzt muss ich sogar aufpassen dass Zwergi meinem Frauchen nicht zu sehr auf die Pelle rückt und Schmuseeinheiten einfordert, denn es ist nun mal mein Frauchen.
Der Zwerg hat auch einen Namen, nämlich Barry, ich finde das geht mal gar nicht, denn ich heiße ja Benni, Barry und Benni, Benni oder Barry und vielleicht noch Brickli, da weiß ja keiner wer gemeint ist. Schlecht für Frauchen da kommt eben auch keiner oder es kommen immer alle. Also ein Rufname muß her, vielleicht Rex oder Gustav oder Bolle, na Frauchen wird sich was einfallen lassen.
Jedenfalls ist der zweite Tag auch überstanden, aus dem „Scheinfeigling“ wurde plötzlich ein Oberschmuser und alle haben sich ein Schläfchen unter Frauchens Schreibtisch verdient.
Zwergi mittendrin.
3 weitere Tage sind vergangen...
... und unser kleiner Pflegehund ist aufgetaut. Es geht ihm gut, zu gut ... er ist ein wildes, selbstbewußtes, lustiges Kerlchen, der genau weiß was er will. Bei uns Hunden hat er sich eine scheinbar grenzenlose Narrenfreiheit erobert. Hat er sich doch erlaubt mir meine Möhre aus meiner Schnauze zu klauen, mir meinen Hühnerschenkel vor der Nase wegzuschnappen und seine Schnauze in meinen vollen Futternapf zu stecken. Dabei ist er so blitzschnell, dass ich nicht mal dazu kam zu protestieren und ich verstehe wirklich keinen Spaß, wenn es um mein Futter geht. Naja, Frauchen hat dann zum Glück meine Futterschüssel vor dem Monster verteidigt. Er hat eben andere Tischmanieren, nämlich bei anderen klauen, als mal in seinen eigenen Napf zu schauen - purer Überlebensinstinkt. Er wird schon noch lernen, dass man auch in Ruhe aus seinen eigenen Napf fressen kann.
Außerdem legt er sich einfach zu Brickli mit ins Körbchen, nein nicht sachte dazulegen sondern mit voller Wucht reinschmeißen mit mindestens drei Saltos und fünf Schrauben um die eigene Achse. Puh, Brickli hat eine unendliche Geduld, die sie mit mir nicht hatte.
Auch haben wir gemeinsam das Grundstück zum Spaziergang verlassen. Da die Oberschmusebacke sich jetzt anfassen läßt, konnte Frauchen ihm Bricklis schickes, rotes Geschirr anlegen. Beim Leinelaufen ist er ein Naturtalent, er macht das einfach, er bleibt immer bei Frauchen von ganz allein - im Gegegsatz zu mir. Ich mein, ich bleib ja auch da, aber in 100 Meter Entfernung. Auf dem Feld durfte Barry dann frei laufen. Er hat sich aber nur kurz entfernt, um gleich wieder bei Frauchen zu sein. Im übrigen läßt er Frauchen keine Sekunde aus den Augen und läuft ihr überall hinterher. Wenn Frauchen mal kurz außer Sicht war und wieder zurück kommt, freut er sich und hüpft wie ein Wilder an ihr hoch. Diese überschwenglichen Liebesbezeugungen mögen wir gar nicht mit ansehen, zumal wir das auch nicht dürfen. Und so helfen wir Frauchen, das Monster zu bändigen. Ich drängel mich dazwischen, was allerdings nicht viel nützt, da der Floh dann auf mir herumhüpft. Brickli hat die bessere Methode, sie zwickt ihn in den Po. Dann benimmt er sich - zeitweilig zumindest. Frauchen macht mit ihm so komische Übungen und das kluge Kerlchen lernt ziemlich schnell.
Eine erste Autoprobefahrt haben wir auch hinter uns. Stellt euch vor, in Frauchens Auto paßt noch eine Box für Barry. Seine Box liebt er, das Autofahren auch. Nachts schläft er ebenfalls in einer (in meiner) Box. Da schläft er wie ein Murmeltier bis Frauchen aufsteht und Frauchen ist ein Langschläfer, wir aber auch.
Eine Saubermachaktion stand an. Die Konzentration der Wollmäuse erhöhte sich unerträglich und so mußte der Staubsauger ran. Brickli verzieht sich, Lessie muß man wegsaugen, damit sie weggeht, ich würde am liebsten die Saugbürste fangen. Das darf ich aber nicht, also guck ich zu oder lasse mich anpusten. Und Barry??? Nein, nein, der hat keine Angst. Er verfolgt genau wie ich einfach das Geschehen.
Ansonsten hat er sich mich als Sparringspartner zum Sumuringen ausgeguckt. Auch hat er entdeckt, dass man an meinem Fell ziehen, aber auch kuscheln kann. Und so liegen wir zusammen Arm in Arm auf einem Sessel, wo ich schon alleine kaum Platz habe.
Dieser kleine Charmeur.



