Aida - ein kleiner Sonnenschein
Aida unser zweiter Pflegehund aus Spanien - eine Gos d`Atura Catala Hündin - zeigte sich sofort als ein kleiner Sonnenschein. Sie ist total süß und es sieht so drollig aus, wie sie sich mit den neuen Umweltbedingungen auseinandersetzt. Sie ist mit allem sehr vorsichtig, aber trotzdem selbstbewußt und die Neugierde siegt dann früher oder später doch. Ins Rudel hat sie sich problemlos eingefügt, läßt sich allerdings nichts sagen. Lessie hat ihr obligatorisches Knurren schnell aufgegeben und Bricklis Erziehungsversuche umgeht sie gekonnt. Benni hat wohl beschlossen, Aida erstmal besser kennenzulernen, um Spielversuche zu unternehmen. Jedenfalls lassen sich beide in Ruhe. Menschen scheint Aida alle zu mögen, sie geht auf sie zu, läßt sich streicheln und schon sind die Pfoten auf der Jacke.
Ein erster Spaziergang über Felder und durch den Wald verlief problemlos. Es war für alle wie immer ein großes Vergnügen. Aida lief an der 10 m Schleppleine, die sie fast gar nicht störte. Sie kam immer wieder zu uns, um sich streicheln zu lassen. Wir glauben sie war richtig glücklich.
2 Wochen sind vergangen
Nun ist Aida fast zwei Wochen bei uns und wir können sie etwas besser einschätzen. Auf Grund ihrer bezaubernden Schönheit gab es insgesamt schon 7 Anfragen für sie. Aber hinter diesem süßen Fratz verbirgt sich ein waschechter Gos, der in Spanien zum Hüten, Treiben und Beschützen der Herden eingesetzt wird, also ein Arbeitshund und von dem hat sie sicherlich ganz viel.
Über Aida wissen wir nur, dass sie von den Tierschützern im Januar 2010 in Spanien von der Straße aufgelesen wurde und dann ca. 3 Monate im dortigen Tierheim war. Auf Grund ihres Verhaltens ist sie mit Menschen aufgewachsen, vielleicht bei einem Schäfer (das läßt die kupierte Rute vermuten) weit ab von der Zivilisation, denn Häuser und Verkehr kennt sie nicht. Vielleicht ist sie ausgesetzt wurden, da untauglich zum Hüten (sie beißt, was nicht erwünscht ist) oder sie ist ausgebrochen. Bei ihrem Freiheitsdrang, ihren abgeschliffenen Schneidezähnen (Gitterstäbe) und ihren überaus stark bemuskelten Vorderläufen (Scharren und Graben) ebenfalls denkbar. Aber wir wissen es nicht und Aida wird es uns kaum verraten.
Nun hat sie sich Schritt für Schritt ein bischen Zivilisation erobert. Anfangs war Aida nur draußen im Garten (außer nachts). Auch wenn die Türen offen standen kam sie nur mal kurz rein, um sofort wieder raus zu rennen. Sie braucht einfach ihre Freiheit, das Gefühl eingesperrt zu sein und geschlossene Türen sind ihr immer noch ein Grausen. Da helfen auch die anderen Hunde nichts. Das quittierte sie nachts mit zwei von innen zerbissenen Türen (Haustür und Terrassentür). Wir lassen ihr die Zeit, das Haus selbst zu erobern, immerhin geht sie schon mal in die Stube um Fernsehen zu schauen und jeden Tag macht sie paar Schritte mehr im Haus, das allerding so als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Außerdem klaut sie unsere Schuhe (dazu muss sie schließlich auch erstmal herein kommen!) und schafft sie in den Garten.
Autos, Radfahrer, Jogger und Züge findet sie klasse, allerdings zum Hinterherrennen. Dass Arme und Hände nicht zum Beißen und Menschen nicht zum hüten da sind muss sie auch noch lernen. Jagdlich ambitioniert ist sie ebenfalls. Ansonsten ist sie ein wilder Watz und den ganzen Tag unterwegs, versteht sich prima mit den Hunden und Benni hat mit ihr Freundschaft geschlossen -siehe hier. Sie sind ein Herz und eine Seele. Sie rennen, spielen, baden und toben wild wie Gossos eben.
Aida ist glücklich
Aida - unser kleiner Sonnenschein darf bleiben.
Insgeheim war es Liebe auf den ersten Blick. Mein Prinzip, keinen Pflegehund zu behalten, hat sie mit ihrer bezaubernden Art und ihrem lieben Charakter zunichte gemacht. So bleibt sie bei uns, ergänzt wunderbar unser Rudel, darf bei allen Aktivitäten dabei sein und natürlich weiteren Pflegehunden bei der Eingewöhnung helfen.
Und hier die ersten Fotos vom 12.4.2010 bei uns im Hof.
Was Aida, gerufen Ida, alles erlebt und wie sie sich entwickelt könnt ihr hier weiterlesen.





