Mein erster Hund - ein Welsh Terrier
Ich bin als Kind quasi mit einem Hund aufgewachsen, denn unsere Nachbarn hatten einen Collie namens Ajax. Den wollte ich immer ausführen, doch die Nachbarin sagte immer nein. Dafür durfte ich mit ihm ab und zu im Garten spielen. Die Nachbarin war immer dabei, ich mußte auch immer fragen und das Tor wurde hinter mir sorgfältig wieder abgeschlossen. Irgendwann zog die Nachbarin aus und der mittlerweile alte Ajax auch. Ich war sehr traurig und wollte ab sofort einen eigenen Hund. Da waren allerdings noch die Eltern zu überzeugen, was ich dann in 4 Jahren Kleinstarbeit mit allen möglichen Versprechungen geschafft habe. Mit 14 Jahren, als Jugendweihegeschenk, bekam ich meinen eigenen Hund.
Ein großer Hund durfte es nicht sein, einen Schosshund wollte ich nicht, also mußte eine mittlere Rasse her. Ich entschied mich, nach langem Studieren der damals verfügbaren Rassehundebücher, für einen Welsh Terrier. Den Rasseeigenschaften reichlich Jagdpassion und raubzeugscharf und der Tatsache, dass der ausgesuchte Hund aus jagdlicher Leistungszucht stammte, habe ich wohl damals keinerlei Bedeutung beigemessen. Das sollte sich aber noch herausstellen.
Jedenfalls schien ich gewappnet für die Hundeerziehung mit all meinem theoretischen Wissen aus DDR- Hundebüchern wie u.a. "400 Ratschläge für den Hundefreund" oder "ABC der Hundehaltung".
Im Rückblick und mit meinem heutigen Kenntnisstand habe ich mit diesem Hund so viele Fehler gemacht aber auch so viel gelernt. Dazu kamen die alten Ausbildungsmethoden im Hundesportverein, wo ich mit diesem kleinen Hund damals auch schon war. Unter den Schäferhunden, Boxern, Rottis usw. waren wir natürlich der Exot. Nur weil der kleine Hund so "scharf" war und in den Ärmel biss durften wir die Schutzhundausbildung (etwas anderes gabe es nicht) mitmachen und waren zumindest für Vorführungen die Attraktion.
Er biss allerdings nicht nur in den Ärmel, er biss andere Rüden, er holte Hasen aus Nachbars Stall, er biss in Schuhe und Hosen von Radfahrern, er biss in fahrende Mopedreifen, biss sich durch seinen Zwinger und war Stunden weg. Das kostete Nerven. Trotzdem habe ich ihm alle möglichen Tricks und Zirkusnummern beigebracht, die er auch gerne mitmachte. Ball spielen war seine Welt und er war nicht müde zu bekommen. Gut dass der erste Hund ein Terrier war, er hat einem nichts übel genommen nur war er mir oftmals einen Schritt voraus.



